Örtlichkeiten
Zehn historische Häuser, ein Gewölbekeller acht Meter unter der Erde und ein Brunnen, an dem sich Paare das Jawort geben: ein Rundgang über das Rittergutsschloss Taucha.
Räume mieten
Für Feiern, Konzerte, Lesungen oder Seminare vermietet der Förderverein drei besondere Räume. Neben dem Mietvertrag ist die Hofordnung Bestandteil jeder Anmietung.
Unsere Räume dienen dem privaten und kulturellen Austausch. Von Anfragen für regelmäßige politische Veranstaltungen bitten wir daher abzusehen.
Haus 8
Kulturscheune
- bis 120 Plätze in Reihe, ca. 80 mit Tischen
- kleine Bühne, variable Beleuchtung
- ebenerdig und barrierefrei zugänglich
- nicht beheizbar
- barrierefreie Sanitäranlagen über den Schlosshof
150 € pro Tag
400 € am Wochenende inkl. je einem Tag Vor- und Nachbereitung
Preise inkl. Betriebskosten, Saison 2025
400 € am Wochenende inkl. je einem Tag Vor- und Nachbereitung
Preise inkl. Betriebskosten, Saison 2025
Haus 7
Haugwitzstube
- bis 38 Plätze mit Tischen
- hell, ebenerdig und beheizbar
- Küchenzeile mit Geschirr, Gläsern und Kühlschrank
- Terrasse mit Blick ins Parthetal
- barrierefreie Sanitäranlagen über den Schlosshof
110 € pro Tag
350 € am Wochenende
Preise inkl. Betriebskosten, Saison 2025
350 € am Wochenende
Preise inkl. Betriebskosten, Saison 2025
Haus 8
Historischer Weinkeller
- 18 bis 20 Plätze an massiven Eichentischen
- Tonnengewölbe rund 8 m unter der Erde
- Zugang über eine steile Treppe
- mäßig beheizbar
- Catering über Partnerbetriebe möglich
150 € pro Tag
Preis inkl. Betriebskosten, Saison 2025
Preis inkl. Betriebskosten, Saison 2025
Ansprechpartnerin für alle Anmietungen: Uta Hromada, Förderverein Rittergutsschloss Taucha e. V. – eine Besichtigung vor Ort ist nach Absprache jederzeit möglich.
Die Häuser
Die meisten Gebäude gehen auf den Schlossbau um 1542 zurück. Viele von ihnen wurden in den vergangenen Jahren saniert und haben neue Aufgaben gefunden.
Haus 1
Haus Schlossverein
Heute: Sitz des Fördervereins mit Schlossbibliothek, Vereinsarchiv und Depot (seit 2023).
- um 1542 errichtet
- früher Stube der Pferdeknechte und Kumthaus
- nach 1760 als „Käs Haus“ bezeichnet
- um 1810 stand davor das Taubenhaus
- bis 2019 Weinbauernhaus
- 2017/2019–2023 umfassend saniert und umgebaut
Haus 2 und 3
Haus der Spielleute
Heute: Domizil des Spielmannszuges Taucha (seit 2004).
- um 1542 errichtet
- ab 1722 Pferdestall
- um 1896 umgebaut, darüber entstand eine Landarbeiterwohnung
- 2004–2006 um- und ausgebaut
Haus 4
Ehemaliger Kuhstall
Heute: 2019–2023 umfassend saniert und umgebaut.
- um 1542 errichtet
- Deckeneinbau um 1900
- 1901 Anbau einer Schweizerwohnung
- bis 1918 Kuhstall
- 1937 Einbau eines Milchraumes
Haus 5
Das Weiße Haus
Heute: Bürgerbüro, Gewerbeamt und Einwohnermeldeamt der Stadt Taucha (seit 2023).
- um 1542 errichtet, schiefergedeckt; um 1600 ragte es in den Schlosshof hinein
- ab 1611 erweitert: zwei Säle (einer mit Kamin), große Küche, Backstübchen und Gerichtsstube
- 1621 abgebrochener Versuch, hier eine Münzprägestätte einzurichten („Alte Münze“)
- wahrscheinlich ab 1675 stand davor der Schlossturm, abgerissen vermutlich 1819/20
- ab 1744 vermutlich Sitz des Schlossvogtes
- ab 1828 Branntweinbrennerei im hinteren Teil, wohl auch die Schlossbrauerei
- 2003/2004 erstmals saniert, im Obergeschoss bis 2019 die Schlossgalerie
- 2019–2023 umfassend umgebaut
Haus 6
Städtisches Museum
Heute: Dauerausstellung und Depot des Städtischen Museums (seit 2023).
- an dieser Stelle stand um 1250 die katholische Schlosskapelle Sankt Johannes
- letzter Gottesdienst zu Pfingsten 1532 oder 1539
- heutiges Gebäude um 1640 als Anbau an die „Alte Münze“ errichtet
- um 1722 unterirdisches Gefängnis
- 2019–2023 umfassend saniert
Haus 7
Haugwitzstube
Heute: Mehrzweckraum für bis zu 38 Gäste (seit 2023).
Namensgeber ist Wilhelm von Haugwitz, um 1530 bis 1560 Stadt- und Schlossherr in Taucha. Das Geschlecht derer von Haugwitz herrschte ab 1462 über Taucha.
- bis 1795 Zwinger mit offenem Durchlass zum Schlossberg
- um 1810 geschlossen und als Stall- und Wirtschaftsgebäude genutzt
- 2017/2019–2023 umfassend saniert
Haus 8
Kulturscheune
Heute: Veranstaltungsort für Konzerte, Theater, Ausstellungen und Feiern mit bis zu 120 Gästen.
Das rustikale Ambiente bietet Platz für vieles – vom Konzert bis zur Konferenz. Die Scheune lässt sich mit dem Schlosshof oder der Haugwitzstube kombinieren; auf Wunsch berät ein erfahrener Gastronomiebetrieb bei Ausgestaltung und Catering.
- als „Langhaus“ oder „Langer Saal“ bekannt, 1684 „Großer Saal“ genannt
- 1570–1600 Stätte der Jahrgerichte
- um 1604 umgebaut und vergrößert
- 1614 und 1622 Ehrengastmahle für Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen
- ab 1672 abgerissen und neu errichtet
- nach dem großen Stadtbrand 1768–1774 Behelfskirche
- 2002–2011 gesichert, saniert und zur Kulturscheune umgebaut
Haus 8
Historischer Weinkeller
Heute: Gewölbekeller für 18 bis 20 Gäste (seit 2007).
Neben dem Schlossbrunnen ist der Keller vermutlich das einzige original erhaltene Bauwerk des Renaissanceschlosses, das 1542 unter Wilhelm von Haugwitz dem Jüngeren entstand. Zunächst hielt man den Zugang nur für eine Nische – erst genauere Untersuchungen zeigten das Gewölbe, das schon in den Plänen Dörfflers verzeichnet ist. Rund 20 Vereinsmitglieder befreiten es gemeinsam mit ABM-Kräften von mehreren Tonnen Schutt. Da der Keller keine eigene Küche hat, organisiert der Verein auf Wunsch ein Catering mit Partnerbetrieben.
- Tonnengewölbe aus der Zeit des Renaissanceschlosses, errichtet 1542 oder früher
- ursprünglich Lager für Getreide, Gepökeltes, Geräuchertes sowie Wein- und Bierfässer
- 1944/45 Teil eines geplanten Luftschutzsystems
- ab 2002 erkundet, freigelegt und gesichert
- am 29. September 2007 als Weinkeller eröffnet
Haus 9
Marstall
Heute: Die Sanierung ist geplant. Künftig sollen hier die Städtischen Bibliotheken und eine Künstlergarderobe für die Kulturscheune einziehen.
- um 1542 als Scheune mit Abort errichtet
- ab 1680 Schafstall
- ab 1715 Marstall für Pferd und Wagen („Abspanne“)
Haus 10
Bürgerhaus
Heute: Bürgerhaus mit Veranstaltungsraum im Dachgeschoss und Sanitäranlagen für Veranstaltungen im Schlosshof (seit 2010).
- früher Stallgebäude
- ab etwa 1710 drei Gesindestuben im Obergeschoss
- 2008–2010 umgebaut und saniert
- historische Stahlsäulen, Gewölbe und Dachbalken sind sichtbar erhalten
- Erdgeschoss: barrierefreie Toiletten, Wickeltisch und Nebenraum für Caterer
Herrenhaus
Wohnhaus der Vögte
Heute: 2019 von der Stadt Taucha verkauft; die weitere Nutzung ist offen.
- 1744 als Wohnhaus der Vögte bzw. Pächterhaus beschrieben – mit Stube, Branntwein-Stube, Küche und Gewölbe im Erdgeschoss
- 1899 „Neuer Anbau“ vor dem Schlosstor als Gutsverwalterhaus
- 2000/2001 baulich gesichert
- 2011–2019 Sitz des 1. Deutschen Rittergutsmuseums
Besonderes auf dem Schlossgelände
Skulptur
„Frau mit Kind“
Die Reliefplastik von Judit Ostermeyer entstand 2008 bei einem Bildhauersymposium mit Bezug zu Tauchas französischen Partnerstädten Chadrac und Espaly bei Le Puy. Sie knüpft an die dort verehrte schwarze Madonna an, versteht sich aber nicht als Heiligenbild, sondern als Sinnbild für das Schenken von Leben. Darüber hängt eine Glocke von einem ehemaligen Gutshof aus Döbitz, 1842 in Leipzig gegossen.
Schlossbrunnen
Der Hochzeitsbrunnen
Um 1600 gegraben und ursprünglich begehbar, wurde der Brunnen 2002 wiederentdeckt und neu errichtet. Seitdem geben sich hier Paare bei der Hochzeitszeremonie das Jawort.
- Tiefe: 15 Meter
- Wassertiefe: 2,50 Meter
- Brüstungshöhe: 1,10 Meter
Historische Mühlsteine
Die Steinwegsmühle
Die Wassermühle am Fuß des Schlossbergs gilt als älteste Mühle Tauchas und eine der ältesten Sachsens – vermutlich um 1542 mit dem Schloss entstanden. Nach einem Brand 1871 baute die Familie Fröhlich sie neu auf; 1928 endete der Betrieb. Die Ruine ist bis heute zu sehen, die Mühlsteine sind seit 2014 neu präsentiert.
Der Schlossrundweg
Ein kurzer Spaziergang rund um den Schlossberg – vom Herrenhaus hinunter an die Parthe und über den Weinberg zurück.
- Start hinter dem Herrenhaus
- über die 2010 neu gestalteten Stufen
- vorbei an der Streuobstwiese
- über die Parthebrücke und links an der Parthe entlang
- auf die Leipziger Straße und erneut über die Parthe
- links die Schloßstraße hinauf
- am Weinberg vorbei zurück zum Herrenhaus
Besuchen Sie uns auf dem Schlossberg
Ob Familienfeier, Konzert oder ein Abend im Gewölbekeller – wir zeigen Ihnen die Räume gern vor Ort.
Fotos, sofern nicht anders angegeben: Hans-Jörg Moldenhauer